Sieben Fototipps für die Eisblasen im Abraham Lake
Die Blasen im Abraham Lake sehen einfach aus, bis du eine Kamera draufhältst und eine weiße Fläche voller Reflexe bekommst. Ein paar Gewohnheiten lösen das meiste davon, und keine braucht teure Ausrüstung. Diese sieben Tipps funktionieren mit Kamera oder Handy, auf einer Tour oder auf eigene Faust.
1. Reflexe mit einem Polfilter wegnehmen
Klares Eis spiegelt den Himmel wie Glas, und diese Spiegelung lässt die Blasen verblassen. Ein zirkularer Polfilter nimmt viel davon weg und lässt dich ins Eis hineinsehen.
Dreh den Filter langsam und schau dabei auf das Display, bis die Oberfläche dunkel wird und die Blasen hervortreten. Es gibt auch Polfilter zum Aufstecken fürs Handy, und die helfen mehr als jede Bearbeitungs-App.
Ein Polfilter wirkt am stärksten, wenn die Sonne seitlich von dir steht, und schwächer, wenn sie direkt vor oder hinter dir ist. Wirkt der Effekt schwach, dreh dich ein wenig und versuch es noch einmal.
2. Schräg nach unten fotografieren, dann flach hinlegen
Wer steht und senkrecht nach unten fotografiert, bekommt ein flaches weißes Muster mit dem eigenen Schatten darüber. Tritt einen Schritt zurück und fotografiere schräg, dann zeigen die Blasensäulen ihre Tiefe, Schicht unter Schicht.
Für Nahaufnahmen leg dich aufs Eis, das Objektiv ein paar Zentimeter über der Oberfläche. Mit einer wasserdichten Hose ist das viel angenehmer; unser Kleidungsratgeber nennt den Rest der Ausrüstung.
Wisch das Objektiv vor jeder Nahaufnahme ab, denn Atem und Flugschnee lassen es schnell beschlagen. Atme von der Kamera weg, wenn du so dicht daran liegst.
3. Weitwinkel nehmen und die Berge ins Bild holen
Eine Nahaufnahme von Blasen könnte von jedem zugefrorenen Teich stammen. Ein Weitwinkel mit Blasen im Vordergrund und Gipfeln am Horizont zeigt genau, wo du warst.
Geh tief runter, setz die nächsten Blasen an den unteren Bildrand und halte den Horizont gerade. Viele Handys haben ein Ultraweitwinkel-Objektiv, das diese Aufnahme gut schafft.

4. Seitenlicht bei Sonnenauf- und -untergang suchen
Tiefe Sonne trifft das Eis von der Seite und lässt die Blasen von innen leuchten, während sich der Himmel dahinter rosa oder violett färbt. Mittagslicht von hoch oben ist flacher und bringt mehr Reflexe, und dichte Wolken können das Seitenlicht ganz wegnehmen.
Touren ab Banff erreichen den See gegen späten Vormittag oder Mittag, für Bilder bei Sonnenaufgang brauchst du also meist ein eigenes Auto und eine Nacht in Nordegg oder in der Nähe. Unser Ratgeber zur Anfahrt mit dem eigenen Auto wägt das ab, und der Ratgeber zur Saison nennt ungefähre Zeiten für Sonnenauf- und -untergang.
Eine Stunde auf dem Eis mit geführtem Rundgang
Rockies Journey plant rund eine Stunde für einen geführten Rundgang auf dem Abraham Lake ein, und die Stopps an Bow Lake und Peyto Lake bekommen je dreißig Minuten. Der Van fasst bis zu 24 Leute, du teilst die guten Plätze also, und die Stunde steht fest, egal was das Licht macht.
5. Den Schnee behutsam wegwischen
Eine dünne Schneeschicht kann ein Blasenfeld komplett verstecken. Wisch sie mit dem Handschuh oder einer weichen Bürste beiseite, von der Stelle, die du fotografieren willst, nach außen.
Kratz nie mit Metallwerkzeug oder einem Eispickel. Kratzer machen klares Eis für alle nach dir trüb, und ein Loch in eine Blase setzt brennbares Methan frei; siehe unseren Ratgeber zur Sicherheit auf dem Eis.
An manchen Tagen liegt der Schnee zu hoch, um ihn mit der Hand wegzuräumen, und dagegen hilft keine Technik. Blasen sind nie garantiert, nimm eine freie Stelle also als Glück und nicht als Versprechen.
6. Ersatzakkus warm halten
Kälte leert Kameraakkus viel schneller als sonst, und einer kann in der Zeit sterben, die du für den Aufbau eines Bildes brauchst. Trag zwei Ersatzakkus in einer Innentasche und tausch sie, sobald einer schwächelt.
Ein Akku, der leer wirkt, kommt oft wieder, wenn er sich aufwärmt. Lass die Kamera nach der Rückkehr in den Van eine Weile in der Tasche, damit sich das Kondenswasser an der Tasche bildet und nicht am Objektiv.
7. Handy-Einstellungen, die helfen
Handys hellen weißes Eis gern zu einer überstrahlten Fläche auf. Tipp auf die Blasen, um scharfzustellen, und zieh dann den Belichtungsregler ein wenig nach unten, bis die weißen Scheiben ihre Ränder behalten.
Halt das Objektiv für die tiefen Säulen nah ans Eis und schalt den Blitz aus, der nur von der Oberfläche zurückprallt. Fotografieren im RAW-Format, wo dein Handy es anbietet, lässt dir später mehr Spielraum, um die Schatten zu retten.
Ein günstiger Handygriff mit Handschlaufe verhindert, dass eine kältetaube Hand das Handy aufs harte Eis fallen lässt. Damit kannst du dich auch mit weniger Sorge vor einem Ausrutscher über die Blasen beugen.
Bevor du das Eis verlässt, sieh dir ein paar Aufnahmen in voller Größe auf dem Display an. Reflexe und Unschärfe übersieht man in der kleinen Vorschau leicht, und zu Hause lassen sie sich nicht mehr beheben.
Welche Tour zu Fotografen passt
Licht und Zeit auf dem Eis zählen am meisten. Radventures für ~167 € begrenzt die Gruppe auf zehn, mit einem Guide, der in Fotografie und Erzählen geschult ist, und der Guide plant die Route am Tag selbst. Die Tour kostet mehr als doppelt so viel wie die Vans und holt nur in Banff und an der Samson Mall in Lake Louise ab.
Rockies Journey ab ~83 € und Vancouver Journey ab ~70 € kosten am wenigsten, dafür teilen sich bis zu 24 Leute das Eis. Unser Vergleich großer Van oder kleine Gruppe und die Preistabelle stellen die Optionen nebeneinander.
Top Choice Tours ab ~108 € liegt zwischen beiden Formen, mit bis zu 13 Gästen und Spikes inklusive. Die Route richtet sich nach Wetter und Straßenverhältnissen, und laut Angebot können Blasen nicht garantiert werden. Der Tag ab Calgary ist außerdem der längste der vier.